Gühring sorgt nicht nur im Bereich der Zerspanungswerkzeuge für Innovationen. Auch bei den Spannmitteln arbeiten wir ständig an neuen und optimierten Lösungen. So tragen etwa unsere Schrumpffutter in der Bearbeitung zu hoher Präzision und damit guter Oberflächenqualität der Werkstücke bei und sind in der Regel ökonomischer als gewöhnliche Werkzeugaufnahmen. Wie Sie das Spannmittel richtig verwenden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist ein Schrumpffutter?

Schon seit einigen Jahren gilt nicht nur das Präzisionswerkzeug selbst als entscheidender Faktor in der Herstellung von Bauteilen, auch Werkzeugaufnahmen rücken zusehends in den Vordergrund. So bewährt sich die Schrumpftechnik in der Zerspanung für die Automotive-, Luft- und Raumfahrt- und Maschinenbau-Branche, wo Anwender die hohe Rundlaufgenauigkeit in Kombination mit hohen Spannkräften und Steifigkeit vor allen bei Bohrbearbeitungen zu schätzen wissen.

Bei der Werkzeugspannung im Schrumpffutter sind einzig Erwärmen und Abkühlen des Futters die ausschlaggebenden Faktoren für den sicheren Halt des Werkzeugs in der Aufnahme. Für den Werkzeugwechsel ist ein Schrumpfgerät erforderlich. Das Schrumpfgerät erwärmt das Spannfutter schonend per Induktion. Die maximale Schrumpftemperatur liegt bei 350 Grad Celsius, die Betriebstemperatur bei 150 Grad.

Durch das Erwärmen dehnt sich das Schrumpffutter aus, sodass ein Werkzeug ein- bzw. ausgespannt werden kann. Ist das Werkzeug eingeführt, wird das Schrumpffutter mithilfe einer Kühlglocke abgekühlt. Heiße Stellen bleiben während des Kühlvorgangs sicher abgeschirmt, um Verbrennungen zu vermeiden. Beim Abkühlen zieht sich das Schrumpffutter wieder zusammen und spannt das eingesetzte Werkzeug mit sehr hoher Spannkraft.

Das Schrumpffutter eignet sich besonders gut für Anwendungen, die schlanke Störkonturen und Präzision erfordern wie bspw. Bohren, Senken, Fräsen und Reiben im Bereich High-Speed Cutting (HSC). Zudem stehen Schrumpffutter für hohe Spannkraft und Steifigkeit. Die Abweichung vom Rundlauf liegt bei unter drei Mikrometern, die absolut symmetrische Schneidenbelastung verlängert das Werkzeugleben und erhöht die Standzeiten.

Gühring Schrumpffutter erzielen eine optimale Verbindung zwischen Schrumpffutter und Schaftwerkzeug. Während einige Produktanbieter handelsüblichen Einsatzstahl verwenden, verarbeiten wir einen speziellen, einsatzorientierten Werkzeugstahl. Das Ergebnis ist eine höhere Dehnrate sowie eine bessere Temperaturverträglichkeit. Ein- und Ausschrumpfen sind unter Einhaltung aller Parameter beliebig oft möglich..

Die Vorteile im Überblick

Der Anwender erzielt durch den Einsatz des Schrumpffutters…

  • hervorragende radiale Rundlaufgenauigkeit (Rundlauffehler ≤ 3 μm)
  • sichere Kraft- und Drehmomentübertragung
  • einfacher und schneller Werkzeugwechsel
  • sehr hohe Spannkraft und Steifigkeit
  • Axialkraft-Dämpfung durch Längeneinstellschraube
  • verlängerte Standzeiten der gespannten Werkzeug

 

So spannen Sie Werkzeuge mit Schrumpftechnik

Schrumpffutter ermöglichen einen einfachen und schnellen Werkzeugwechsel mithilfe eines Schrumpfgeräts. Für das Aus- und Einspannen von Werkzeugen in unsere Schrumpffutter bieten wir verschiedene Schrumpfgeräte für die spezifischen Anforderungen in Ihrer Fertigung an: Von Hightech-Lösungen mit integrierter, hochpräziser Längeneinstellung über Sonder-Schrumpfgeräte für besonders lange Werkzeuge bis hin zum vielseitigen GSS 2000 in verschiedenen Ausstattungspaketen. Mehr Informationen finden Sie hier.

Achtung! Da die Schrumpffutter durch das Erwärmen örtlich sehr heiß werden und zudem scharfkantige Werkzeuge ein- bzw. ausgespannt werden, sollten beim Schrumpfen unbedingt Kevlar-Handschuhe zum Schutz vor Verbrennungen und Schnittverletzungen getragen werden. Außerdem empfehlen wir, nur Werkzeugschäfte mit h6 Toleranz zu verwenden.

Und so geht’s

  1. Reinigen Sie die Schrumpffutteradapter, die Aufnahmebohrung des Schrumpffutters und den Werkzeugschaft.
  2. Erhitzen Sie das Schrumpffutter mithilfe der Induktionsspule Ihres Schrumpfgeräts. Achten Sie darauf, die richtigen Schrumpfparameter und die „richtige“ Anschlagscheibe am Schrumpfgerät zu verwenden. Erhitzen Sie das Schrumpffutter nur einmal und niemals doppelt!
  3. Führen Sie den Werkzeugschaft bis zur Anschlagschraube in die Aufnahmebohrung ein.
  4. Nutzen Sie den Kühladapter, um das Schrumpffutter samt Werkzeug abzukühlen. Jetzt entsteht die Spannkraft.

Im Video sehen Sie die Bedienung des Schrumpfgeräts:

Lernen Sie mehr über die Gühring-Spannmittel

Weitere Spannmittel von Gühring können Sie jetzt ausführlich kennenlernen in unserem Training „GM 300 – Werkzeugaufnahmen & Spannmittel von Gühring“. Als registrierter Nutzer der Gühring-Academy finden Sie das Training in der Kategorie „Spannmittel“.

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Weitere Informationen zu unseren Schrumpffuttern finden Sie in unseren Katalogen:

Oder Sie kontaktieren uns direkt:

Simon Herzog
Produktmanager Modulare Werkzeugsysteme

Email: simon.herzog@guehring.de
Telefon: +49 7571 108-22 357

 

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