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Hartmetall-Recycling

Ressourcen schonen für die Zukunft

Wenn ein Zerspanungswerkzeug seine Schneideigenschaften verliert, ist das noch nicht das Ende – sondern erst der Anfang. Wir kaufen Ihre verschlissenen Werkzeuge und anderen Hartmetall-Schrott auf, führen ihn in unseren Recycling-Prozess ein und gewinnen daraus wertvolle Sekundärrohstoffe. Diese Rohstoffe nutzen wir, um neue, leistungsfähige Werkzeuge herzustellen.

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Hartmetall-Recycling im Überblick

Warum Hartmetall recyceln?

Durch Hartmetall-Recycling sparen wir wertvolle und vor allem endliche Primärressourcen ein.​ Denn Werkzeugschrott enthält immer noch bis zu 90 Prozent Wolfram und 10 Prozent Kobalt.

Ein Arbeiter in Schutzhandschuhen hält eine Schaufel voller Wolframcarbid-Pulver in einer industriellen Umgebung

Hochwertige Rohstoffe nachhaltig nutzen

Vor allem Kobalt ist derzeit einer der beliebtesten Rohstoffe der Welt, denn aus ihm werden unter anderem Lithium-Ionen-Akkus hergestellt, die zum Beispiel in der E-Mobilität unverzichtbar sind. Wolfram fällt dagegen in die Kategorie der „Konfliktmaterialien“. Den Import dieser Konfliktmaterialien hat die Europäische Union Anfang 2021 verschärft, weil ihr Abbau und Handel die Umwelt besonders belastet. So müssen für eine Tonne Wolfram 250 Tonnen Erz abgebaut und verarbeitet werden. Diese natürlichen Ressourcen können durch Hartmetall-Recycling geschont werden.

inas bestätigt 65 % CO2-Einsparung durch Recycling
„In unserer Product Carbon Footprint Studie haben wir die Herstellung von Hartmetallstäben der Firma Gühring KG in Kulmbach betrachtet. Unsere Ergebnisse haben dabei gezeigt, dass durch das Recycling von Hartmetall bei Gühring 64,8% CO2 eingespart wird, im Gegensatz zur Verwendung von handelsüblichem Hartmetallpulver aus Primärmaterialien. Für uns steht damit fest, dass bei der Hartmetallproduktion die Umstellung auf Sekundärrohstoffe und dadurch das Thema Materialkreisläufe den größten Hebel zur Einsparung von CO2-Emissionen darstellen.“
Vergleichsdiagramm zeigt die Reduktion von CO2-Emissionen um 40% und den Energieverbrauch um 75% beim Recycling im Vergleich zur Neuproduktion
1 = Neuproduktion, 2 = Recycling
A = CO2-Emissionen, B = Energie

Recycling spart Energie und Emissionen

Auch mit Hinblick auf das Energie- und Umweltmanagement ist die Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen durch Recycling sehr sinnvoll. Wird Hartmetall mittels Hartmetall-Recycling hergestellt, können im Vergleich zur Herstellung mit Primärrohstoffen 40 Prozent des CO2-Ausstoßes und 75 Prozent der eingesetzten Primärenergie eingespart werden.

Gühring schließt den Materialkreislauf

Bereits heute weisen unsere Rohlinge einen Anteil von über 65 Prozent recyceltem Hartmetall auf, Tendenz steigend. Für die Qualität der Werkzeuge spielt es keine Rolle, ob sie aus frischgewonnenen oder recycelten Rohstoffen hergestellt werden. Das recycelte Hartmetall hat die gleiche Reinheit wie das sogenannte Virgin Powder, wodurch die Neuwerkzeuge keinerlei Qualitätsverluste unterliegen. So weist das Hartmetall aus recycelten Rohstoffen (Sorte GC 100 F) die gleiche Performance auf wie 10 prozentiges Submicron-Hartmetall – mit 70 Prozent Abdeckung die wichtigste Sortengruppe für Bohr- und Fräswerkzeuge.

Recyclingprozess

Mithilfe einer eigenen Hartmetall-Technologie und eigenen Recycling-Anlagen in Deutschland ist Gühring dazu in der Lage, nahezu 100 Prozent des Rohstoffs wieder zurückzugewinnen und wiederzuverwerten.​ Deshalb sammeln wir gebrauchte Hartmetall-Werkzeuge und andere Hartmetallteile ein und bereiten durch Zink-Recycling das im Werkzeugschrott enthaltene Wolfram zu Sekundärrohstoffen in Pulverform auf. Aus diesem dunkelgrauen Wolframpulver sintern wir neues Hartmetall als Werkstoff für unsere hochwertigen Zerspanungswerkzeuge.

Gelber Recyclingbehälter im Vordergrund eines Industrieraumes, während ein Techniker im Hintergrund an einer modernen CNC-Maschine arbeitet

Warum Zink-Recycling?

Hartmetall kann auf zwei verschiedene Arten wiederaufbereitet werden: Mit dem Zink-Prozess, bei dem das Hartmetall in Pulver umgewandelt wird und mit dem chemischen Prozess, in dem Kobalt separat als Nebenprodukt anfällt.

Bei Gühring setzen wir auf Zink-Recycling, da die Qualität der recycelten Werkzeuge deutlich höher ist. Zudem ist das Zink-Verfahren im Vergleich zum chemischen Verfahren umweltfreundlicher, da keine Nasschemie verwendet wird.

Ablauf des Zink-Recyclings

Sobald Ihre verschlissenen Werkzeuge und Ihr Altmetall bei uns eingetroffen sind, werden sie zu unseren Recyclinganlagen transportiert, um sie dort zu Pulver zu recyceln. Dort werden sie im ersten Schritt gereinigt und in geeignete Größen zerkleinert, um eine homogene Verarbeitung zu gewährleisten. Dann erfolgt das Zink-Recycling in folgenden Schritten:

Schritt 1: Zink-Destillation

Erwärmung: Der vorbereitete Hartmetallschrott wird in einen Reaktor gegeben und auf eine Temperatur von etwa 900-1000 °C erhitzt.

Zinkzugabe: In den erhitzten Reaktor wird Zink eingebracht. Das Zink schmilzt und mischt sich unter das Hartmetall.

Phasenbildung: Bei diesen Temperaturen bildet das Zink mit dem Kobalt, welches als Bindemittel in den Hartmetallen fungiert, eine flüssige Phase. Das Wolframkarbid bleibt als feste Phase bestehen.

Schritt 2: Kühlung & Zinkabscheidung

Abkühlung: Die Mischung wird langsam abgekühlt. Während des Abkühlens trennt sich das Zink von der festen Wolframkarbid-Matrix.

Zinkdestillation: Das Zink wird durch Destillation wieder aus der Mischung entfernt. Dabei wird es in den gasförmigen Zustand überführt und dann in einem Kondensator wieder verflüssigt, sodass es für weitere Recyclingprozesse wiederverwendet werden kann.

Schritt 3: Mechanische Nachbehandlung
Trennung: Nach der Entfernung des Zinks bleibt ein poröses Wolframkarbid-Kobalt-Gerüst zurück. Dieses Material wird mechanisch behandelt, um die Partikel zu vereinheitlichen und eventuell verbleibende Zinkreste zu entfernen.

Pulverherstellung: Das recycelte Hartmetall wird in Pulverform gebracht, das dann wieder für die Herstellung neuer Hartmetallprodukte verwendet werden kann. Dafür wird das Pulver mit frischem Kobalt und anderen notwendigen Materialien vermischt und in die gewünschte Form gebracht.

Recycling mit Gühring​

Leisten Sie gemeinsam mit uns einen Beitrag für die Umwelt und werden Sie Teil des Gühring Tool Circles! Sie selbst müssen sich dabei um nichts kümmern, denn wir organisieren alles rund um den Hartmetall-Schrott für Sie.

Haufen von recycelten, stark abgenutzten Metallwerkzeugteilen und -stücken, hauptsächlich Bohrer und Fräser

Wir recyceln Ihren Hartmetall-Schrott

Geben Sie alle verschlissenen Wendeschneidplatten, Monoblock-Werkzeuge (Bohrer, Fräser, etc.) oder andere Ausschussteile aus Hartmetall bei uns ab. Sie können den Metallschrott ab einer Menge von 25 kg entweder an uns schicken oder abholen lassen. Ob Sie die Werkzeuge ursprünglich bei Gühring oder einem unserer Wettbewerber gekauft haben, spielt dabei keine Rolle.

Gelber Gühring Werkzeugbehälter im Tool Circle Design, strategisch platziert in einer modernen Werkstatt

Bestellen Sie Ihr Recycling-Fass

In unseren gelben Fässern, die wir Ihnen kostenlos zur Verfügung stellen, sammeln Sie einfach Ihren Hartmetall-Schrott. Auf Basis des aktuellen Marktpreises kaufen wir diesen dann zurück. Dabei können Sie selbst entscheiden, ob Sie uns die Fässer zurückschicken oder durch unseren Abholservice direkt in Ihrer Produktion abholen lassen wollen. Besonders praktisch: Installieren Sie einen „Abhol-Button“ in Ihrer Fertigung, über den Sie uns automatisch benachrichtigen können, sobald ein Fass abgeholt werden soll.

hier geht’s zum Schrottrechner

Machen Sie Schrott zu Geld

Bei uns wird Ihr Hartmetall-Schrott kontrolliert, gewogen und Ihnen dann ein Angebot erstellt. Der Tauschbetrag für Ihr Hartmetall wird Ihnen auf Ihrem Gühring-Kundenkonto gutgeschrieben und ist bei Ihrem nächsten Werkzeugkauf einlösbar. Für ein unverbindliches Angebot oder mehr Informationen kontaktieren Sie uns gerne:

Arbeiter in blauer Arbeitskleidung und mit Handschuhen füllt gebrauchte Metallbohrer in eine lilafarbene Recyclingbox in einer industriellen Werkstatt

Gutes Vorbild
Recycling bei der BMW Group

Ein Beispiel dafür, wie nachhaltiges Hartmetall-Recycling gelingt, ist die BMW Group: Sie setzt bereits Bohr- und Fräswerkzeuge ein, die recyceltes Wolfram enthalten. Dieser Materialkreislauf wurde auf alle BMW-Werke in Deutschland und Österreich ausgeweitet.

Pro Jahr fallen in diesen Werken nahezu neun Tonnen Schrott aus Hartmetallwerkzeugen an, die im Durchschnitt über sieben Tonnen recycelbares Wolfram enthalten. Nadine Philipp, Leiterin Nachhaltigkeit in der Lieferkette bei der BMW Group sagt, es zähle „jedes Gramm, für das wir sicherstellen können, dass es die natürlichen Ressourcen schont und nicht zu Verstößen gegen Umwelt- und Sozialstandards beiträgt.“

Gühring Onlineshop
Hartmetallbestellung per Mausklick
Machen Sie es sich bequem und bestellen Sie Ihr Hartmetall rund um die Uhr online. In unserem Hartmetall-Onlineshop finden Sie eine umfangreiche Auswahl an hochwertigen Produkten und Hartmetallsorten, die Ihre Bedürfnisse perfekt abdecken.
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